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VdK begrüßt Nachmittagsbetreuung an Homburger Förderschule

Der VdK begrüßt die Einrichtung der Nachmittagsbetreuung an der Förderschule am Webersberg, für die sich der Sozialverband jahrelang eingesetzt hatte.

An der Homburger Schule am Webersberg können Kinder mit Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung seit Kurzem über den Schulunterricht hinaus und in den Ferien betreut werden. Der VdK begrüßt die Einrichtung der Nachmittagsbetreuung inklusive Beförderung nach Hause, für die sich der Sozialverband jahrelang eingesetzt und für die betroffene Eltern unermüdlich gekämpft hatten. 

„Das neue Angebot bedeutet für die Familien eine wichtige Entlastung: Zum einen endet der Schulbetrieb an zwei Tagen bereits um 13 Uhr, was für berufstätige Eltern schwer zu organisieren war. Zum anderen kommen die Kinder aus mehreren Landkreisen und haben somit außerhalb der Schule selten die Möglichkeit, ihre Freunde zu treffen. Die längere Betreuungsmöglichkeit durch Fachkräfte fördert somit nicht nur die Möglichkeit der Eltern zu arbeiten, sondern auch die soziale Teilhabe der Kinder“, sagt VdK-Landesvorstandsmitglied Daniel Bieber. 

Der VdK Saarland fordert eine systematische, flächendeckende Ausweitung der Nachmittagsbetreuung an Förderschulen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass diese Ungleichbehandlung von Kindern mit und ohne Förderbedarf beseitigt wird. Es darf nicht vom Wohnort, der Schulform oder der Beharrlichkeit der Eltern abhängen, ob ein Kind nachmittags eine passende Begleitung durch ein multiprofessionelles Team bekommt“, sagt die VdK-Landesvorsitzende Dagmar Heib. 

Nach der Köllertalschule in Püttlingen und der Schule Zum Broch in Merchingen ist die Homburger Schule am Webersberg erst die dritte Förderschule im sogenannten „Ganztagsbetrieb“, an der ein Nachmittagsangebot eingerichtet wurde. Die Einrichtung einer sogenannten Freiwillige Ganztagsschule (FGTS) ist dort gesetzlich nicht möglich, so dass nur der Weg über einen Modellversuch bleibt, für den das Bildungsministerium zuständig ist. „Dieser bürokratische Aufwand könnte durch eine gesetzliche Änderung abgeschafft werden, damit die Abläufe für die Betroffenen wie auch für die Betreiber einfacher sind“, sagt Bieber. 

Der sogenannte „Ganztagsbetrieb“ betrifft im Saarland knapp 1400 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 17 Schulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen oder Hören. Alle anderen Förderschulen können eine Freiwillige Ganztagsschule einrichten. Dennoch hat die Mehrheit der Schulen kein passendes Angebot. Insgesamt gibt es im Saarland 39 Förderschulen in unterschiedlicher Trägerschaft. 

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