Standpunkt: Warum der Sozialstaat eine Reform braucht
Der Sozialstaat muss reformiert werden, um die Menschen, die wirklich auf ihn angewiesen sind, zielgerichteter zu erreichen und einem Vertrauensverlust entgegenzuwirken.
Politische, soziale und wirtschaftliche Unsicherheiten beunruhigen viele Menschen zu Beginn des Jahres 2026. In solch turbulenten Zeiten ist der VdK gefragter denn je. Knapp 65.000 Mitglieder zählt der Sozialverband im Saarland inzwischen.
Der VdK steht für eine sozial gerechte Gesellschaft, in der Menschen unterstützt werden, die sich nicht selbst helfen können. Menschen, die wegen einer Krankheit nicht mehr arbeiten können oder ihre Angehörigen pflegen. Deren Rente oder Einkommen nicht zum Leben reicht. Kinder, die von Armut bedroht sind.
Dafür braucht es einen gut funktionierenden Sozialstaat. Doch viele, die Hilfe benötigen, werden nicht erreicht. Zu kompliziert, zu bürokratisch, zu viele Zuständigkeiten und Ansprechpartner – die Antragsprozesse auf Sozialleistungen sind komplex und überfordern. Darum ist es wichtig, dass Verfahren vereinfacht, digitalisiert und besser aufeinander abgestimmt werden.
Eine Reform des Sozialstaats muss auch mit Maßnahmen der Prävention begleitet werden, insbesondere wenn es um den Gesundheitsbereich geht. Die Stärkung von Eigenverantwortung wie auch Gesundheitskompetenz trägt dazu bei, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und das Gesundheitssystem insgesamt zu entlasten.
Viele sind von der geplanten Sozialstaatsreform verunsichert. Doch sie ist unerlässlich, damit diejenigen Hilfe bekommen, die sie wirklich darauf angewiesen sind. Eine Reform ist notwendig, um den Sozialstaat leistungsfähiger und effizienter zu machen. Und damit einem möglichen Vertrauensverlust entgegenzuwirken. Das Vertrauen in einen modernen, zielgerichteten und vor allem funktionierenden Sozialstaat ist unabdingbar – gerade in den heutigen Zeiten ist dies wichtiger denn je.