Kategorie Ortsverband Lebach

Krankenhaus auf Rädern für Pflegeheime

Medizinische Untersuchungen direkt vor Ort statt belastender Krankentransporte: Am Krankenhaus Lebach wurde das innovative Modellprojekt „Medizin daHeim – Eine mobile Diagnostik“ offiziell vorgestellt. Der VdK-Ortsverband Lebach war dabei.

Der DIKOM-Truck ist knapp 10 Meter lang, 2,60 Meter breit, 3,70 Meter hoch und 12 Tonnen schwer. © Richard Bleistein/VdK Lebach

Das Herzstück des Projekts ist ein speziell umgebauter LKW bringt mit integriertem Computertomographen, Röntgen- und Ultraschalltechnik, EEG, EKG, einem eigenen Labor und Telemedizin, so dass Fachärzte live hinzugeschaltet werden können. Über einen barrierefreien Zugang gelangen die Patienten in den Behandlungsraum, der dem Standard einer klinischen Notaufnahme entspricht. 

Ziel des Projektes ist es, unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. Laut Projektbeschreibung können etwa 81 Prozent der Heimbewohner herkömmliche Arztpraxen nicht selbst aufsuchen. Über die Hälfte von ihnen ist immobil, dement oder inkontinent. Daraus folgen im Schnitt drei Klinikaufnahmen pro Bewohner und Jahr.

Ab September startet die „Mobile Geriatrische Diagnostikeinheit“ oder „Mobile Geriatrie Unit“ (MGU) im Saarland regulär in den Einsatz und wird rund 4.000 Bewohnerinnen und Bewohner in etwa 50 Pflegeeinrichtungen versorgen. Die Versorgung muss ärztlich verordnet werden und wird telefonisch über die Kassenärztliche Vereinigung angefordert. Die Untersuchungen erfolgen dann innerhalb der nächsten 48 Stunden. 

Die Einsätze werden wissenschaftlich begleitet, um eine Übernahme in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung zu prüfen. Das Projekt, dessen offizieller Name „Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels Mobiler Geriatrie Unit“ (DIKOM) lautet, wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert. Träger des DIKOM-Projekts ist die Universität des Saarlandes (UdS). Entwickelt wurde es vom langjährigen Direktor der Neurologischen Klinik der UdS, Prof. Dr. Klaus Faßbender. 

An der Vorstellung des Modellprojekts nahmen neben Prof. Dr. Klaus Faßbender, der ärztlichen Leiterin Silvia Rauen sowie der Krankenhausleitung zudem zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung teil, darunter Thomas Müller als Abteilungsleiter Pflege im saarländischen Gesundheitsministerium, Landrat Patrick Lauer, die Erste Beigeordnete des Landkreises Saarlouis Sandra Quinten, der Lebacher Bürgermeister Klaus Peter Brill und der ehemalige VdK-Landesvorsitzende Armin Lang als Projektberater. 

Für den VdK-Ortsverband Lebach waren Lothar Schmidt, Richard Bleistein, Hedwig Bronder und Jutta Arnold vor Ort. Bei der Besichtigung überzeugten sich die Gäste von den technischen Möglichkeiten der mobilen Diagnostik, die der VdK-Ortsverband Lebach als wichtigen, innovativen Beitrag zu einer wohnortnahen Versorgung älterer Menschen begrüßte. „Es war beeindruckend zu sehen, was hier auf Räder gestellt wurde. Eine so komplexe Versorgung mit voll funktionsfähigem CTkurz fürComputer-Tomographie, Röntgen, Sonografie sowie EGK und EEG in einem Lastwagen unterzubringen, ist bemerkenswert“, sagt Richard Bleistein vom Ortsverband Lebach. 

Teilnehmende gesucht

Für das Modellprojekt werden noch Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen gesucht. 

Telefon: 0681 302750 – 26/27/28

E-Mail: Externer Link:projekt-dikom@uni-saarland.de

Im Internet: Externer Link:www.medizin-daheim.de