VdK fordert flächendeckende aufsuchende Hilfe
Anlässlich des Weltseniorentags am 1. Oktober und angesichts eines bundesweiten Spitzenplatzes mit 520 Hitzetoten sowie überdurchschnittlicher Altersarmut fordert der VdK Saarland den flächendeckenden Ausbau aufsuchender Hilfsdienste.
„Um alleinstehende, hochbetagte Senioren direkt zu Hause vor Einsamkeit, Dehydrierung und Unterversorgung zu schützen, muss die Politik den aktuellen Flickenteppich bei der Versorgung endlich aufbrechen. Während manche Orte Bürgerbusse oder Mittagstische anbieten, fehlen in anderen Kommunen altersgerechte Strukturen völlig. Da es sich bei der Altenhilfe um eine freiwillige Leistung handelt, verweisen finanzschwache Landkreise und Kommunen oft auf fehlende Mittel. Der Weltseniorentag erinnert uns daran, dass die Versorgung älterer Menschen nicht von der Haushaltslage einer Kommune abhängen darf. Wir brauchen überall im Land verlässliche, aufsuchende Hilfsdienste. Ein gutes Leben im Alter muss auch im ländlichen Raum garantiert sein“, sagt VdK-Landesvorstandsmitglied Wolfgang Steiner.
Das saarländische Landesprogramm „Saar66“ sei ein erster, richtiger Schritt. Um jedoch alle Senioren gleichermaßen gut zu versorgen, müsse aus den freiwilligen Angeboten ein verlässlicher, landesweiter Standard werden. Als Inspiration für eine langfristige strukturelle Lösung kann aus Sicht des VdK Berlin dienen, das als erstes Bundesland mit einem Altenhilfestrukturgesetz verbindliche Qualitätsstandards geschaffen hat – ein wegweisendes Modell, das perspektivisch auch für das Saarland wünschenswert wäre.
Dass der rechtliche Schutz von Senioren auch international immer stärker an Bedeutung gewinnt, zeigt die aktuelle Initiative der Vereinten Nationen zur Ausarbeitung einer UN-Altenrechtskonvention. Welchen enormen Schub solche völkerrechtlichen Verträge für die Rechte vor Ort bedeuten können, hat das bewährte Beispiel der UN-Behindertenrechtskonvention gezeigt, die unlängst den Weg für eine Reform des saarländischen Behindertengleichstellungsgesetzes, dem Gesetz zur verbesserten Umsetzung der UN-BRK, geebnet hat. „Eine Altenrechtskonvention wäre das richtige Signal, um die Rechte älterer Menschen weltweit und lokal nachhaltig zu stärken“, so Steiner.