Kategorie Ortsverband Völklingen

Informationsveranstaltung "Demenz -was dann"

Infoveranstaltung "Demenz was dann"
Infoveranstaltung "Demenz was dann" © vorstand@vdk-vk.de

Am 04. März 2026 veranstaltete der Sozialverband VdK Deutschland Ortsverband Völklingen in Kooperation mit der Volkshochschule Völklingen (VHS Völklingen) eine Informationsveranstaltung zum Thema „Demenz – was dann?“. Die Veranstaltung fand im Festsaal des Alten Rathauses in Völklingen statt und war sehr gut besucht. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über die Erkrankung Demenz sowie über Unterstützungsangebote für Betroffene und Angehörige zu informieren.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Uwe Theobald die anwesenden Gäste sowie den Referenten Andreas Sauder (Leiter Landesfachstelle Demenz Saarlouis) im Namen des VdK-Ortsverbandes Völklingen und der VHS Völklingen. In seiner Begrüßung betonte er die große gesellschaftliche Bedeutung des Themas Demenz und unterstrich, wie wichtig Informationsveranstaltungen sind, um Betroffene, Angehörige und die Öffentlichkeit über die Krankheit aufzuklären.

Im anschließenden Vortrag informierte Andreas Sauder ausführlich über Ursachen, Formen, Diagnosemöglichkeiten sowie über den Umgang mit einer Demenzerkrankung. Dabei wurde deutlich, dass Demenz nicht nur eine medizinische Herausforderung darstellt, sondern auch eine große gesellschaftliche Aufgabe ist.

Zu Beginn seines Vortrags ging der Referent auf die aktuelle Situation in Deutschland und im Saarland ein. Deutschlandweit sind derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Auch im Saarland stellt die Erkrankung eine große Herausforderung dar: Rund 25.000 Menschen leben hier mit einer Demenzerkrankung. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass etwa 85 Prozent der Betroffenen im Saarland zu Hause gepflegt werden, meist von Angehörigen. Dies zeigt deutlich, welche wichtige Rolle Familien bei der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz spielen.

Um die Situation für Betroffene und ihre Familien zu verbessern, wurde im Saarland der Saarländische Demenzplan entwickelt. Dieser steht unter dem Leitgedanken „Demenz geht uns alle an“ und bildet eine strategische Grundlage für die Versorgung, Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen. Ziel ist es, Hilfsangebote besser zu vernetzen und gleichzeitig das öffentliche Bewusstsein für das Thema zu stärken.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags erklärte der Referent, dass Demenz keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder ist, bei denen es zu einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten kommt. Besonders betroffen sind das Kurzzeitgedächtnis, die Sprache, die Orientierungsfähigkeit sowie die Fähigkeit, alltägliche Handlungen selbstständig auszuführen.

Dabei machte Andreas Sauder deutlich, dass Demenz keine klassische Erbkrankheit ist. Die Erkrankung kann unterschiedliche Ursachen und Krankheitsverläufe haben. Zu den sogenannten primären Demenzen, also den häufigsten Formen der Erkrankung, zählen insbesondere:

 

·         die Alzheimer-Krankheit,

·         die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird,

·         sowie die Frontotemporale Demenz (Frontlappen-Demenz).

Daneben gibt es auch sekundäre Demenzen, die durch andere gesundheitliche Probleme entstehen können. So können beispielsweise toxische Schäden durch Alkohol, Drogen oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. Auch Schilddrüsenunterfunktionen sowie Mangelzustände durch unzureichende Ernährung oder Flüssigkeitsaufnahme können demenzähnliche Symptome hervorrufen.

Ein wichtiger Teil des Vortrags beschäftigte sich mit der Diagnose der Erkrankung. Diese ist häufig schwierig und erfolgt in der Regel erst nach einem Zeitraum von etwa sechs Monaten. Die endgültige Feststellung sollte möglichst durch Fachärzte für Neurologie oder Psychiatrie erfolgen. Für Hausärzte kann die Diagnose manchmal kompliziert sein, da sie ihre Patientinnen und Patienten meist schon lange kennen und verschiedene andere Erkrankungen berücksichtigen müssen.

Der Referent machte außerdem deutlich, dass nicht jede Form von Vergesslichkeit automatisch auf eine Demenzerkrankung hinweist. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Wenn jemand seinen Schlüssel zunächst nicht findet, später jedoch wieder weiß, wo er liegt, handelt es sich in der Regel um eine normale Gedächtnislücke und nicht um ein typisches Anzeichen von Demenz.

Ein besonders bekanntes Krankheitsbild ist die Alzheimer-Krankheit, die nach dem Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer benannt wurde. Er beschrieb die Krankheit erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts, nachdem er bei seiner Patientin Auguste Deter, einer 51-jährigen Frau, nach ihrem Tod charakteristische Veränderungen im Gehirn festgestellt hatte.

Zu den möglichen Anzeichen einer Demenzerkrankung gehören unter anderem:

·         Gedächtnisprobleme

·         Schwierigkeiten bei Gesprächen

·         Orientierungsprobleme

·         Veränderungen im Verhalten oder in der Stimmung

Der Krankheitsverlauf entwickelt sich in der Regel langsam und schleichend. Zu Beginn kann das Gehirn die entstehenden Veränderungen noch teilweise ausgleichen. Erst im weiteren Verlauf werden die Einschränkungen deutlicher. Besonders betroffen sind dann das Kurzzeitgedächtnis, die Sprache sowie die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen.

Ein entscheidender Punkt im Verlauf der Erkrankung ist der Verlust der Alltagskompetenz. Wenn Betroffene alltägliche Tätigkeiten nicht mehr selbstständig erledigen können, beginnt häufig ein erhöhter Bedarf an Unterstützung und Pflege.

Statistisch gesehen sind Frauen häufiger von Demenz betroffen als Männer. Rund 75 Prozent der Erkrankten sind Frauen, während etwa 25 Prozent Männer sind. Eine vollständige Heilung der Krankheit ist bisher nicht möglich. Daher gilt bereits ein Stillstand oder eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs als Erfolg.

Bei der Behandlung betonte Andreas Sauder, dass nicht ausschließlich die medikamentöse Therapie im Vordergrund stehen sollte. Ebenso wichtig sind soziale Kontakte, Zuwendung, Aktivität und gesellschaftliche Teilhabe. Diese Faktoren können wesentlich dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten.

Im Bereich der medikamentösen Behandlung kommen vor allem Antidementiva zum Einsatz. Diese Medikamente können den Krankheitsverlauf verlangsamen und bestimmte Symptome lindern. Psychopharmaka werden dagegen nur eingesetzt, wenn dies unbedingt notwendig ist, beispielsweise bei starken Unruhezuständen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Da die Mehrheit der Betroffenen zu Hause betreut wird, kommt den Angehörigen eine besonders wichtige Rolle zu. Gleichzeitig kann die Pflege eines demenzkranken Menschen für Familien eine große Belastung darstellen. Deshalb ist es wichtig, dass pflegende Angehörige selbst gesund bleiben und rechtzeitig Unterstützung in Anspruch nehmen.

Zu den möglichen Hilfsangeboten gehören beispielsweise:

·         Angehörigentreffen und Selbsthilfegruppen

·         Beratungsangebote in Pflegestützpunkten

·         Kurzzeitpflege, um Angehörige zeitweise zu entlasten

Abschließend machte der Referent deutlich, dass die genauen Ursachen der Erkrankung bis heute noch nicht vollständig geklärt sind. Gerade deshalb ist eine gute Information der Öffentlichkeit besonders wichtig.

Die sehr gut besuchte Veranstaltung zeigte deutlich, wie groß das Interesse und der Informationsbedarf zum Thema Demenz sind. Durch die Kooperation zwischen dem VdK-Ortsverband Völklingen und der Volkshochschule Völklingen konnte ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung über die Krankheit sowie zur Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen geleistet werden.

gez.Thomas Becker